Nordsee – Natur pur und viel Tradition in Ostfriesland
Ostfriesland ist eine Küstenlandschaft zwischen Dollart und Jadebusen mit den vorgelagerten Ostfriesischen Inseln, im Bundesland Niedersachsen.
Ostfriesland wird von einem flachen Geestrücken durchzogen, in dem der Landesmittelpunkt Aurich liegt. Nach Norden, Süden und Westen schließen sich Nieder- und großenteils kultivierte Hochmoore an. Ein breites Marschband, unter anderem das Harlinger Land und Krummhörn, umsäumt das Land im Norden und Westen.
Im dünn besiedelten Hinterland ist Landwirtschaft, besonders Viehzucht, an der Küste Fischerei, in den größeren Hafenstädten (z.B. Emden und Leer) gewerbliche Wirtschaft vorherrschend.
Die Ostfriesischen Inseln sind sehr beliebte Ferienziele für Touristen und Urlauber. Vielerorts wird friesisches Brauchtum, zu dem die Sportarten Boßeln, Klootschießen und Pultstockspringen gehören, gepflegt.
Ostfriesland war zunächst das Gebiet zwischen dem IJsselmeer und der Unterweser, später zwischen der nördlichen Provinz Groningen und dem oldenburgischen Jeverland, das von gewählten Konsuln regiert wurde. Im 14. Jh. wurden die Konsuln durch örtliche Machthaber abgelöst, die das Land durch Fehden in Unruhe versetzten. Diese beendete Ulrich Cirksena dadurch, dass der den größten Teil des Landes östlich der Ems unter seiner Herrschaft vereinigte und sich im Jahr 1464 als Ulrich I. vom Kaiser mit der Reichsgrafschaft Ostfriesland belehnen ließ.
Außerhalb Ostfrieslands kannte die 1200-Seelen-Gemeinde Suurhusen im Landkreis Aurich kaum ein Mensch. Das änderte sich schlagartig, als im November 2007 ihr Kirchturm ins Guinessbuch der Rekorde aufgenommen wurde:
Urkundlich bestätigt, ist er der schiefste Turm der Welt.
Der 55 m hohe Schiefe Turm von Pisa hat einen Überhang von 3,82 m, was einer Seitenneigung von 3,97 Grad entspricht. Der Suurhusener Kirchturm ist zwar nur 27,37 m hoch, durch den Überhang von 2,43 m ist er aber um 5,07 Grad aus der Senkrechten geneigt und lässt damit die italienische Konkurrenz weit hinter sich.
Das Mitte des 13. Jh. erbaute, auf Eichenstämmen gegründete Kirchenschiff war ursprünglich 32 m lang und 9,35 m breit.